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Altersvorsorge·4 Min. Lesezeit

Altersvorsorgedepot: Aktueller Stand und was die Reform für dich bedeutet

Kurz gesagt

Der Gesetzentwurf für das staatlich geförderte Altersvorsorgedepot liegt vor und sieht einen Start voraussichtlich ab Anfang 2026 vor. Kern der Reform ist der Verzicht auf starre Beitragsgarantien, sodass Sparer staatliche Zulagen direkt in ertragsstarke ETFs und Aktien investieren können. Bis zum finalen Inkrafttreten bleibt das eigenständige ETF-Sparen über ein normales Depot der verlässlichste Weg zur Schließung deiner Rentenlücke.

Von Planafolio·

Mit KI-Unterstützung erstellt. Vor der Veröffentlichung automatisch geprüft per KI-Faktencheck.

Die starren Regeln der alten Riester-Rente haben Millionen von Anlegern enttäuscht. Hohe Verwaltungskosten und die gesetzliche Pflicht zur vollen Beitragsgarantie zwangen die Anbieter dazu, das Geld der Sparer vor allem in zinsarme Staatsanleihen zu investieren. Bei hoher Inflation bedeutete das real oft einen Vermögensverlust. Das geplante Altersvorsorgedepot soll hier den Systemwechsel einleiten: ein renditeorientierter Vermögensaufbau mit staatlicher Unterstützung, angelehnt an erfolgreiche internationale Modelle. Doch wo steht die Gesetzgebung aktuell genau, und was bedeutet das für deine eigene Strategie?

Der aktuelle Stand der Gesetzgebung

Das Bundesministerium der Finanzen hat den Referentenentwurf zur Reform der geförderten privaten Altersvorsorge vorgelegt. Damit nimmt das Vorhaben konkrete Formen an, befindet sich jedoch weiterhin im laufenden Abstimmungsprozess. Die Verbände- und Länderanhörungen sind angelaufen, und der Entwurf wird schrittweise durch den Bundestag und Bundesrat manövriert.

Derzeitige Planungen sehen vor, dass das Gesetz im Laufe des Jahres 2025 final verabschiedet wird. Da die praktische Umsetzung bei Banken, Brokern und Anbietern erholungsbedürftige IT-Schnittstellen und Zertifizierungsprozesse erfordert, ist mit einem Marktstart für Neukunden voraussichtlich ab Anfang 2026 zu rechnen. Wer gehofft hatte, bereits in diesem Jahr steuerbegünstigte Depotstrukturen nutzen zu können, muss sich also noch etwas gedulden.

Was das Altersvorsorgedepot konkret bieten soll

Im Zentrum der Reform steht die Erkenntnis, dass langfristiger Vermögensaufbau für das Alter ohne Aktienmärkte kaum funktioniert. Das Altersvorsorgedepot unterscheidet sich in wesentlichen Punkten grundlegend vom alten Riester-System:

  • Wegfall des Garantiezzwangs: Künftig musst du keine Verträge mehr abschließen, die dir zum Renteneintritt zwingend 100 Prozent deiner eingezahlten Beiträge garantieren. Dadurch kann dein Kapital über Jahrzehnte voll an den Aktienmärkten arbeiten.
  • Flexible Produktauswahl: Über zertifizierte Anbieter sollst du direkt in breit gestreute ETFs, Investmentfonds und gegebenenfalls Einzelaktien investieren können.
  • Direkte staatliche Zulagen: Statt reiner Steuerrückerstattungen ist eine prozentuale Förderung geplant. Pro investiertem Euro legt der Staat einen festen Cent-Betrag als Zulage oben drauf, ergänzt durch spezifische Boni für geringere Einkommen und Kinder.
  • Nachgelagerte Besteuerung: Die Erträge, Dividenden und Umschichtungen innerhalb des Altersvorsorgedepots bleiben während der Ansparphase komplett steuerfrei. Erst bei der Auszahlung im Ruhestand wird die Einkommensteuer fällig, die im Alter meist niedriger ausfällt als im Erwerbsleben.
Der entscheidende Vorteil des neuen Modells liegt im Verzicht auf Beitragsgarantien: Erst dadurch wird der Zinseszinseffekt von ETFs für die staatlich geförderte Vorsorge voll nutzbar.

Die wichtigsten Anschlussfragen: Wechsel, Auszahlung und Altverträge

Viele Sparer stehen vor ganz praktischen Fragen zur Umsetzung. Eine der häufigsten betrifft bestehende Riester-Verträge. Nach aktuellem Stand des Entwurfs soll es ein Übergangsrecht geben. Du wirst dein bestehendes Riester-Guthaben voraussichtlich steuerneutral in das neue Altersvorsorgedepot übertragen können. Ob sich das im Einzelfall lohnt, hängt von den Konditionen des Altvertrags und eventuellen Wechselgebühren ab.

Auch die Auszahlungsphase wird flexibler gestaltet. Während Riester-Verträge eine lebenslange Annuitätenversicherung erzwingen, sieht das Altersvorsorgedepot flexiblere Auszahlungspläne bis mindestens zum 85. Lebensjahr vor. Eine Teil-Kapitalauszahlung zu Beginn der Ruhestandsphase soll ebenfalls möglich sein.

Beachte bei allen steuerlichen Überlegungen: Dieser Überblick dient rein der Information und stellt keine individuelle Steuerberatung dar. Die genauen Details hängen vom final verabschiedeten Gesetzestext ab.

Was du jetzt tun solltest

Die wichtigste Empfehlung lautet: Warte nicht auf die Politik. Gesetzgebungsverfahren können sich verzögern oder in Details geändert werden. Zeit ist beim Vermögensaufbau der wertvollste Faktor überhaupt. Jeder Monat, in dem du auf den Gesetzgeber wartest und kein Geld anlegst, kostet dich wertvollen Zinseszins.

  • Führe private ETF-Sparpläne fort: Investiere unabhängig vom Altersvorsorgedepot weiter über einen günstigen Online-Broker in breit gestreute Welt-ETFs.
  • Behalte den Überblick: Nutze Werkzeuge wie Planafolio, um deine bestehenden Vermögenswerte, Depots und Altersvorsorgebausteine transparent an einem Ort zu tracken und deine Rentenlücke realistisch zu berechnen.
  • Prüfe Altverträge sachlich: Kündige bestehende Verträge nicht überstürzt, sondern schaue dir die Kostenstrukturen genau an und entscheide erst bei finaler Gesetzeslage über einen Wechsel.

Fazit: Positives Signal mit Wartezeit

Der aktuelle Stand zum Altersvorsorgedepot zeigt klar: Deutschland bewegt sich endlich in Richtung einer zeitgemäßen, aktienbasierten Altersvorsorge. Der Wegfall des Garantiezzwangs und die geplante ETF-Förderung sind wichtige Schritte für Privatanleger. Trotzdem solltest du dein Schicksal nicht passiv in die Hände des Gesetzgebers legen. Wer heute eigenverantwortlich vorsorgt, baut sich ein fundamentales Polster auf – und kann ab 2026 entspannt prüfen, ob sich eine Ergänzung durch das neue Vorsorgedepot für die eigene Strategie lohnt.

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