Der Value at Risk (VaR) beantwortet die Frage: Wie viel kann ich an einem schlechten Tag verlieren – ohne die absoluten Ausnahmetage? Ein Tages-VaR von −2 % bei 95 % Konfidenz bedeutet: An 95 % aller Tage war der Verlust kleiner als 2 %. Anders gelesen: Etwa jeder zwanzigste Tag war schlechter als diese Schwelle.
Planafolio verwendet den historischen VaR: Die Schwelle wird direkt aus der Verteilung deiner tatsächlichen Tagesrenditen abgelesen, ohne eine Normalverteilung zu unterstellen – Finanzmarktrenditen haben bekanntlich „fette Ränder“, extreme Tage kommen häufiger vor, als die Glockenkurve erwarten ließe. Damit die Schätzung des Verteilungsrands überhaupt aussagekräftig ist, verlangt Planafolio mindestens 20 Beobachtungen.
Wichtig für die Einordnung: Der VaR sagt nichts darüber, wie schlimm die Tage jenseits der Schwelle sind – er markiert nur, wo die schlimmsten 5 % beginnen. Und er blickt naturgemäß in die Vergangenheit: Ein ruhiges Börsenjahr in deiner Historie ergibt einen niedrigen VaR, der die nächste turbulente Phase nicht vorwegnimmt.
In Planafolio wird die Kennzahl als „Value at Risk (95 %)“ im Risiko-Bereich der Analyse-Ansicht angezeigt – als erwarteter maximaler Tagesverlust im Normalfall.
Was ist ein guter Value at Risk?
Der Value at Risk ist keine Note, sondern eine Schwelle — und die eigentliche Frage lautet nicht "ist er gut", sondern "habe ich verstanden, was er bewusst nicht sagt".
Ein VaR von 5 % auf Monatssicht bei 95 % Konfidenz heißt: In 95 von 100 Monaten sollte der Verlust unter 5 % bleiben. Über die verbleibenden 5 von 100 Monaten sagt er nichts — weder ob es dort 6 % oder 40 % werden.
- Genau dort liegen die Fälle, die wehtun. Wer den VaR als Verlustobergrenze liest, hat ihn missverstanden. Er ist eine Aussage über den Normalfall, nicht über die Krise.
- Die Annahmen entscheiden das Ergebnis. VaR-Modelle unterstellen meist eine Verteilung, in der extreme Ausschläge seltener vorkommen als an realen Märkten. In genau den Phasen, für die man ihn gern hätte, ist er deshalb tendenziell zu optimistisch.
- Ohne Zeitraum und Konfidenzniveau ist eine VaR-Zahl bedeutungslos. 5 % pro Tag und 5 % pro Monat sind völlig verschiedene Aussagen.
Als Ergänzung zum maximalen Drawdown ist der VaR nützlich: Der Drawdown zeigt, was tatsächlich passiert ist, der VaR, womit im Normalfall zu rechnen ist.
Siehe auch
Benchmark
Ein Benchmark ist der Vergleichsindex, an dem du die Entwicklung deines Portfolios misst – etwa MSCI World, S&P 500 oder DAX.
Beta
Beta misst, wie stark sich ein Portfolio im Vergleich zu einem Index bewegt: 1 heißt Gleichlauf, über 1 stärkere, unter 1 schwächere Ausschläge.
Diversifikation
Diversifikation bedeutet, Vermögen auf mehrere Positionen zu verteilen statt auf wenige Werte zu konzentrieren – messbar über einen Score von 0–100.
Maximaler Drawdown
Der maximale Drawdown ist der größte prozentuale Wertverlust vom bisherigen Höchststand bis zum tiefsten Punkt danach.
Sharpe Ratio
Die Sharpe Ratio setzt die über den risikofreien Zins hinaus erzielte Rendite ins Verhältnis zur Volatilität – Rendite je Einheit Schwankungsrisiko.
Sortino Ratio
Die Sortino Ratio ist eine Variante der Sharpe Ratio, die nur Verlustschwankungen als Risiko wertet – kräftige Kursanstiege verschlechtern die Kennzahl nicht.
Veröffentlicht am 09. Juli 2026
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