Die Sortino Ratio verfeinert die Sharpe Ratio um eine naheliegende Beobachtung: Anleger empfinden nicht jede Schwankung als Risiko, sondern nur die nach unten. Ein Portfolio, das stark schwankt, weil es immer wieder kräftig steigt, wird von der Sharpe Ratio bestraft – von der Sortino Ratio nicht.
Technisch ersetzt sie im Nenner die gewöhnliche Volatilität durch die Abwärtsabweichung: In die Rechnung gehen nur Tagesrenditen unterhalb der Mindestrendite ein – bei Planafolio ist das die Null-Linie, also Verlusttage. Tage über der Schwelle zählen als Risiko von null. Der Zähler bleibt derselbe wie bei der Sharpe Ratio: die annualisierte Rendite abzüglich des risikofreien Zinses.
Im Vergleich beider Kennzahlen steckt Information: Liegt die Sortino Ratio deutlich über der Sharpe Ratio, stammt ein großer Teil der Schwankung deines Portfolios aus Aufwärtsbewegungen – ein eher angenehmes „Risiko“. Liegen beide nah beieinander, verteilen sich die Schwankungen symmetrisch auf Gewinne und Verluste.
Planafolio zeigt die Sortino Ratio direkt neben der Sharpe Ratio im Risiko-Bereich der Analyse-Ansicht. Gab es im Betrachtungszeitraum keine Verlusttage, ist die Kennzahl mathematisch nicht definiert und wird nicht angezeigt.
Was ist eine gute Sortino Ratio?
Grob dieselben Bänder wie bei der Sharpe Ratio — über 1 gut, über 2 sehr gut — mit einer wichtigen Einschränkung: Sortino und Sharpe darf man nicht direkt gegeneinander halten.
Die Sortino Ratio rechnet nur mit den Abweichungen nach unten. Für dasselbe Portfolio im selben Zeitraum fällt sie deshalb fast immer höher aus als die Sharpe Ratio. Eine Sortino Ratio von 1,8 neben einer Sharpe Ratio von 1,1 ist kein Widerspruch und kein Fortschritt, sondern nur die Folge der anderen Rechenweise.
- Vergleiche Sortino nur mit Sortino — deines Depots gegen den Vergleichsindex, nicht gegen die Sharpe Ratio derselben Anlage.
- Je seltener Verluste im Zeitraum vorkamen, desto instabiler die Zahl. In einem Zeitraum fast ohne Rückgänge steht im Nenner kaum etwas, und die Kennzahl schnellt nach oben, ohne dass das Portfolio besser geworden wäre.
- Der große Vorteil bleibt: Ein Depot, das ruckartig steigt, wird hier nicht dafür bestraft. Genau deshalb passt Sortino besser zu Anlegern, die Schwankung nach oben nicht als Risiko empfinden.
Siehe auch
Benchmark
Ein Benchmark ist der Vergleichsindex, an dem du die Entwicklung deines Portfolios misst – etwa MSCI World, S&P 500 oder DAX.
Beta
Beta misst, wie stark sich ein Portfolio im Vergleich zu einem Index bewegt: 1 heißt Gleichlauf, über 1 stärkere, unter 1 schwächere Ausschläge.
Diversifikation
Diversifikation bedeutet, Vermögen auf mehrere Positionen zu verteilen statt auf wenige Werte zu konzentrieren – messbar über einen Score von 0–100.
Maximaler Drawdown
Der maximale Drawdown ist der größte prozentuale Wertverlust vom bisherigen Höchststand bis zum tiefsten Punkt danach.
Sharpe Ratio
Die Sharpe Ratio setzt die über den risikofreien Zins hinaus erzielte Rendite ins Verhältnis zur Volatilität – Rendite je Einheit Schwankungsrisiko.
TTWROR (zeitgewichtete Rendite)
TTWROR (True Time-Weighted Rate of Return) misst, wie gut sich deine Anlage entwickelt hat – unabhängig davon, wann und wie viel du ein- oder ausgezahlt hast.
Veröffentlicht am 09. Juli 2026
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