Die Sharpe Ratio beantwortet die Frage, ob sich das eingegangene Risiko gelohnt hat: Sie teilt die Rendite, die dein Portfolio über den risikofreien Zins hinaus erzielt hat, durch dessen Volatilität. Zwei Portfolios mit gleicher Rendite können so sehr unterschiedlich abschneiden – wer dieselbe Rendite mit weniger Schwankung erreicht, hat die höhere Sharpe Ratio.
Planafolio berechnet die Kennzahl aus den täglichen Renditen deiner Portfolio-Werthistorie: Der Durchschnitt der Tagesrenditen wird auf ein Jahr hochgerechnet, davon wird ein risikofreier Zins abgezogen (angesetzt als Konstante von 2,5 %, angelehnt an kurzlaufende Bundesanleihen), und das Ergebnis wird durch die annualisierte Volatilität geteilt. Da Planafolio für jeden Kalendertag einen Schnappschuss speichert, wird mit 365 Tagen pro Jahr annualisiert.
Als Faustregel gilt ein Wert über 1 als gut: Pro Einheit Schwankung gab es mehr als eine Einheit Überrendite. Eine Schwäche hat die Kennzahl allerdings – sie bestraft Aufwärts- und Abwärtsschwankungen gleichermaßen. Die Sortino Ratio behebt genau das, indem sie nur Verlustschwankungen als Risiko zählt.
In Planafolio findest du die Sharpe Ratio im Risiko-Bereich der Analyse-Ansicht, direkt neben Sortino Ratio, maximalem Drawdown und Value at Risk – bei einer zu kurzen oder komplett schwankungsfreien Historie ist die Kennzahl nicht definiert und wird nicht angezeigt.
Was ist eine gute Sharpe Ratio?
Als Konvention hat sich eingebürgert: unter 1 gilt als unterdurchschnittlich, zwischen 1 und 2 als gut, über 2 als sehr gut. Diese Bänder sind eine Faustregel aus der Praxis, keine mathematische Grenze — und sie sind nur belastbar, wenn drei Dinge stimmen.
- Der Zeitraum muss lang genug sein. Über ein einzelnes gutes Börsenjahr erreicht fast jedes Aktienportfolio eine Sharpe Ratio über 2. Erst über mehrere Jahre inklusive eines Rückgangs zeigt die Kennzahl, was sie zeigen soll.
- Der risikofreie Zins gehört zum Ergebnis. Die Sharpe Ratio zieht ihn von der Rendite ab. In einer Nullzinsphase fällt sie deshalb systematisch höher aus als bei 3 % Tagesgeldzins — zwei Zeiträume mit unterschiedlichem Zinsniveau sind nicht direkt vergleichbar.
- Sie bestraft Ausschläge nach oben genauso wie nach unten. Ein Portfolio, das gelegentlich stark steigt, bekommt dafür eine schlechtere Sharpe Ratio. Wen nur das Verlustrisiko interessiert, ist mit der Sortino Ratio besser bedient.
Aussagekräftig wird die Zahl im direkten Vergleich: dieselbe Kennzahl für dein Depot und für einen passenden Vergleichsindex über exakt denselben Zeitraum.
Siehe auch
Benchmark
Ein Benchmark ist der Vergleichsindex, an dem du die Entwicklung deines Portfolios misst – etwa MSCI World, S&P 500 oder DAX.
Beta
Beta misst, wie stark sich ein Portfolio im Vergleich zu einem Index bewegt: 1 heißt Gleichlauf, über 1 stärkere, unter 1 schwächere Ausschläge.
Diversifikation
Diversifikation bedeutet, Vermögen auf mehrere Positionen zu verteilen statt auf wenige Werte zu konzentrieren – messbar über einen Score von 0–100.
Maximaler Drawdown
Der maximale Drawdown ist der größte prozentuale Wertverlust vom bisherigen Höchststand bis zum tiefsten Punkt danach.
Sortino Ratio
Die Sortino Ratio ist eine Variante der Sharpe Ratio, die nur Verlustschwankungen als Risiko wertet – kräftige Kursanstiege verschlechtern die Kennzahl nicht.
TTWROR (zeitgewichtete Rendite)
TTWROR (True Time-Weighted Rate of Return) misst, wie gut sich deine Anlage entwickelt hat – unabhängig davon, wann und wie viel du ein- oder ausgezahlt hast.
Veröffentlicht am 09. Juli 2026
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