Rebalancing bedeutet, ein Portfolio periodisch wieder auf seine ursprünglich geplante Ziel-Allokation zurückzuführen – zum Beispiel 70 % Aktien-ETF, 30 % Anleihen-ETF. Weil sich Anlageklassen unterschiedlich entwickeln, driftet die tatsächliche Gewichtung über die Zeit von der geplanten ab.
Wer nach einer starken Aktienrally nicht rebalanciert, trägt oft unbemerkt deutlich mehr Aktienrisiko als ursprünglich beabsichtigt. Rebalancing verkauft einen Teil der überproportional gewachsenen Position und kauft die zurückgefallene Position nach, um die Ziel-Gewichtung wiederherzustellen.
Konkret berechnet sich das aus der Differenz zwischen Ist- und Soll-Allokation: Für jede Position wird verglichen, wie viel sie aktuell wert ist gegenüber dem Zielanteil am Gesamtportfolio – daraus ergibt sich direkt der Kauf- oder Verkaufsbetrag, um wieder auf Ziel zu kommen.
Der Rebalancing-Rechner übernimmt genau diese Berechnung: Trag deine Ist- und Soll-Allokation ein und erhalte konkrete Kauf-/Verkaufsvorschläge in Euro, um dein Portfolio wieder in Balance zu bringen.
Zwei gängige Rebalancing-Strategien
Kalenderbasiert: Du rebalancierst zu festen Zeitpunkten, etwa einmal jährlich, unabhängig davon, wie stark die Gewichtung inzwischen abgewichen ist. Einfach umzusetzen, kann aber unnötig oft (bei kleiner Abweichung) oder zu selten (bei großer Abweichung) auslösen.
Schwellenwertbasiert: Du rebalancierst erst, wenn eine Position um einen festgelegten Prozentpunkt (z. B. 5 Prozentpunkte) von ihrer Zielgewichtung abweicht — reagiert direkter auf tatsächliche Marktbewegungen, erfordert aber regelmäßiges Beobachten der Ist-Allokation.
Passender Rechner
ETF Rebalancing Calculator
Siehe auch
Asset-Allocation
Die Asset-Allocation ist die Aufteilung deines Vermögens auf Anlageklassen wie Aktien, Anleihen und Cash – prägt Risiko und Rendite stärker als Einzeltitel.
Buy and Hold
Buy and Hold ist die Strategie, breit gestreute Anlagen zu kaufen und über Jahre oder Jahrzehnte zu halten, statt auf kurzfristige Marktbewegungen zu reagieren.
Cost-Average-Effekt
Der Cost-Average-Effekt entsteht, wenn du regelmäßig einen festen Betrag investierst: Bei niedrigen Kursen kaufst du mehr Anteile, bei hohen weniger.
Entnahmerate & 4 %-Regel
Die Entnahmerate gibt an, welchen Prozentsatz deines Kapitals du jährlich entnimmst, ohne es vorzeitig aufzubrauchen — bekannteste Faustregel: die „4 %-Regel“.
Finanzielle Freiheit (FIRE)
Finanzielle Freiheit (FIRE) ist der Punkt, an dem dein Vermögen groß genug ist, um dein Einkommen dauerhaft über Entnahmen zu decken – ohne Erwerbsarbeit.
Home Bias
Home Bias bezeichnet die verbreitete Neigung, den eigenen Heimatmarkt im Depot deutlich überzugewichten – gemessen an dessen tatsächlichem Anteil am Weltmarkt.
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Veröffentlicht am 09. Juli 2026
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