Asset-Allocation bezeichnet die Aufteilung eines Portfolios auf verschiedene Anlageklassen — typischerweise Aktien, Anleihen, Rohstoffe, Immobilien und Cash. Die Entscheidung, wie viel Prozent des Vermögens in welche Klasse fließt, gilt in der Kapitalmarktforschung als der Faktor mit dem größten Einfluss auf die langfristige Rendite- und Risikostruktur eines Depots — deutlich vor der Auswahl einzelner Wertpapiere.
Der Grund: Verschiedene Anlageklassen reagieren unterschiedlich auf wirtschaftliche Entwicklungen. Aktien bringen langfristig tendenziell die höchste Rendite, schwanken aber auch am stärksten. Anleihen dämpfen diese Schwankungen, kosten dafür im Schnitt Rendite. Die richtige Mischung hängt von Anlagehorizont, Risikotoleranz und persönlichen Zielen ab — es gibt keine pauschal "richtige" Allocation.
Eine übliche Faustregel bildet die Aktienquote grob nach Alter oder Anlagehorizont: Wer noch 20-30 Jahre Zeit hat, kann eine hohe Aktienquote vertragen, weil kurzfristige Rückschläge Zeit haben, sich auszugleichen. Näher am Zeitpunkt, an dem das Geld gebraucht wird, sinkt die empfohlene Aktienquote meist zugunsten stabilerer Anlagen.
Ein verwandter, oft vermischter Begriff ist Diversifikation: Asset-Allocation legt fest, WIE VIEL in welche Klasse fließt, Diversifikation sorgt dafür, dass INNERHALB einer Klasse breit gestreut wird (viele statt wenige Aktien).
In Planafolio siehst du deine tatsächliche Asset-Allocation in der Depot-Analyse und kannst sie mit dem Rebalancing-Rechner gegen deine Zielverteilung abgleichen.
Typische Allocation-Modelle
- 100/0: reines Aktienportfolio, höchste erwartete Rendite und höchste Schwankung
- 80/20 bis 60/40: klassische Wachstumsportfolios, üblich für lange Anlagehorizonte
- Lifecycle-Modelle: Aktienquote sinkt automatisch mit näher rückendem Zielzeitpunkt (z. B. Renteneintritt)
- Weltportfolio: statt nach Aktien/Anleihen wird oft zusätzlich nach Regionen (Industrie- vs. Schwellenländer) gestreut
Passender Rechner
ETF Rebalancing Calculator
Passender Rechner
Model Portfolios
Siehe auch
Buy and Hold
Buy and Hold ist die Strategie, breit gestreute Anlagen zu kaufen und über Jahre oder Jahrzehnte zu halten, statt auf kurzfristige Marktbewegungen zu reagieren.
Cost-Average-Effekt
Der Cost-Average-Effekt entsteht, wenn du regelmäßig einen festen Betrag investierst: Bei niedrigen Kursen kaufst du mehr Anteile, bei hohen weniger.
Entnahmerate & 4 %-Regel
Die Entnahmerate gibt an, welchen Prozentsatz deines Kapitals du jährlich entnimmst, ohne es vorzeitig aufzubrauchen — bekannteste Faustregel: die „4 %-Regel“.
Finanzielle Freiheit (FIRE)
Finanzielle Freiheit (FIRE) ist der Punkt, an dem dein Vermögen groß genug ist, um dein Einkommen dauerhaft über Entnahmen zu decken – ohne Erwerbsarbeit.
Home Bias
Home Bias bezeichnet die verbreitete Neigung, den eigenen Heimatmarkt im Depot deutlich überzugewichten – gemessen an dessen tatsächlichem Anteil am Weltmarkt.
Rebalancing
Rebalancing bedeutet, ein Portfolio periodisch auf seine Ziel-Allokation zurückzuführen – gewachsene Positionen werden verkauft, zurückgefallene nachgekauft.
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Veröffentlicht am 09. Juli 2026
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