Buy and Hold ist die Strategie, breit gestreute Anlagen – meist ETFs – zu kaufen und über Jahre oder Jahrzehnte zu halten, statt auf Kursbewegungen, Nachrichten oder Prognosen zu reagieren. Die Grundannahme: Kapitalmärkte entwickeln sich langfristig aufwärts, aber niemand kann zuverlässig vorhersagen, wann die guten Phasen kommen – wer aussteigt, verpasst sie leicht.
Die Vorteile sind handfest: Wenig Handel bedeutet wenig Transaktionskosten. Unrealisierte Gewinne bleiben bis zum Verkauf unversteuert, sodass auch der Betrag weiterarbeitet, der bei häufigem Umschichten als Steuer abgeflossen wäre. Und die größte Ersparnis ist oft die verhaltensbezogene: kein Verkaufen im Crash, kein Hinterherkaufen nach der Rally.
Buy and Hold heißt dabei nicht „nie wieder anfassen“: Regelmäßige Sparplan-Zuführungen und gelegentliches Rebalancing zurück zur Ziel-Allokation gehören ausdrücklich dazu – nur das taktische Rein und Raus entfällt.
In Planafolio kannst du die eigene Disziplin sogar messen: Die geldgewichtete Rendite (XIRR) bewertet dein tatsächliches Verhalten inklusive Timing, die zeitgewichtete (TTWROR) nur die Anlage selbst. Bei konsequentem Buy and Hold liegen beide Kennzahlen nah beieinander – große Abweichungen deuten auf teure Timing-Entscheidungen hin.
Siehe auch
Asset-Allocation
Die Asset-Allocation ist die Aufteilung deines Vermögens auf Anlageklassen wie Aktien, Anleihen und Cash – prägt Risiko und Rendite stärker als Einzeltitel.
Cost-Average-Effekt
Der Cost-Average-Effekt entsteht, wenn du regelmäßig einen festen Betrag investierst: Bei niedrigen Kursen kaufst du mehr Anteile, bei hohen weniger.
Entnahmerate & 4 %-Regel
Die Entnahmerate gibt an, welchen Prozentsatz deines Kapitals du jährlich entnimmst, ohne es vorzeitig aufzubrauchen — bekannteste Faustregel: die „4 %-Regel“.
Finanzielle Freiheit (FIRE)
Finanzielle Freiheit (FIRE) ist der Punkt, an dem dein Vermögen groß genug ist, um dein Einkommen dauerhaft über Entnahmen zu decken – ohne Erwerbsarbeit.
Home Bias
Home Bias bezeichnet die verbreitete Neigung, den eigenen Heimatmarkt im Depot deutlich überzugewichten – gemessen an dessen tatsächlichem Anteil am Weltmarkt.
Rebalancing
Rebalancing bedeutet, ein Portfolio periodisch auf seine Ziel-Allokation zurückzuführen – gewachsene Positionen werden verkauft, zurückgefallene nachgekauft.
Veröffentlicht am 09. Juli 2026
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