ETF & Sparplan·6 Min. Lesezeit

Wie viele ETFs sind sinnvoll in deinem Portfolio? Eine pragmatische Antwort

Von der Planafolio-Redaktion·

Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung erstellt.

Wie viele ETFs sind sinnvoll in deinem Portfolio? Eine pragmatische Antwort

Die Frage, wie viele ETFs sinnvoll für dein Portfolio sind, ist schnell beantwortet: Für die meisten Privatanleger genügen ein bis drei ETFs völlig aus, um eine breite und effiziente Diversifikation zu erreichen. Mehr ist hier nicht automatisch besser, sondern führt oft zu unnötiger Komplexität und höheren Kosten, ohne einen echten Mehrwert zu bieten.

Du strebst mit deiner Geldanlage an, langfristig Vermögen aufzubauen. Das gelingt in der Regel am besten, indem du das Risiko streust und gleichzeitig die Kosten gering hältst. Weniger ETFs können dir dabei helfen, genau diese Ziele effizienter zu erreichen.

Die optimale Anzahl: Oft genügen 1-3 ETFs

Du fragst dich vielleicht, wie nur ein oder zwei ETFs ausreichen sollen, um Risiken breit zu streuen? Die Antwort liegt in der Natur der ETFs selbst. Moderne globale ETFs bilden ganze Märkte ab und investieren in Tausende von Unternehmen weltweit. Ein einziger thesaurierender ETF auf den MSCI World Index enthält beispielsweise über 1.500 Unternehmen aus 23 Industrieländern. Damit deckst du bereits einen Großteil der weltweiten Wirtschaftsleistung ab und profitierst von der Entwicklung vieler global agierender Konzerne.

Eine beliebte und sehr effiziente Strategie für viele Privatanleger besteht darin, ein sogenanntes 70/30-Portfolio zu nutzen. Dabei kombinierst du:

  • Einen ETF auf den MSCI World Index (ca. 70 % deines Aktienanteils)
  • Einen ETF auf den MSCI Emerging Markets Index (ca. 30 % deines Aktienanteils)

Mit diesen zwei ETFs investierst du in rund 3.000 Unternehmen aus Industrie- und Schwellenländern. Das ist eine enorme Diversifikation, die sich kaum noch sinnvoll steigern lässt, ohne das Portfolio zu verkomplizieren. Wenn du zusätzlich einen Anleihen-ETF zur Stabilisierung beifügen möchtest, um Schwankungen zu reduzieren, sind das insgesamt drei ETFs. Dieses Setup ist für die meisten langfristigen Anleger mehr als ausreichend.

Das Risiko von zu vielen ETFs: Komplexität, Überschneidungen und Kosten

Der Glaube, dass mehr ETFs automatisch zu einer besseren Diversifikation führen, ist weit verbreitet, aber oft trügerisch. Tatsächlich kann eine zu hohe Anzahl an ETFs genau das Gegenteil bewirken und dein Portfolio weniger effizient machen.

Eines der Hauptprobleme ist die Überschneidung. Wenn du mehrere globale Aktien-ETFs hältst, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass diese in viele der gleichen Unternehmen investieren. Du kaufst also dieselben Aktien mehrmals, erhöhst damit nicht deine Diversifikation, sondern potenzierst lediglich deine Positionen in bereits abgedeckten Unternehmen. Dies kann deine tatsächliche Risikostreuung sogar unbewusst reduzieren, da du denkst, breiter aufgestellt zu sein, aber in Wirklichkeit eine höhere Konzentration hast.

Zusätzlich steigt mit der Anzahl der ETFs die Komplexität deines Portfolios. Du musst mehr Produkte im Auge behalten, die Performance jedes einzelnen Titels verfolgen und bei Bedarf Rebalancing-Entscheidungen treffen. Das erfordert mehr Zeit und Aufwand. Auch die Kosten können steigen. Obwohl ETFs generell kostengünstig sind, summieren sich unter Umständen die jährlichen Fondskosten (TER) und potenzielle Orderkosten, wenn du nicht ausschließlich über Sparpläne investierst.

Weniger ist oft mehr: Konzentriere dich auf breite Streuung statt auf eine unnötige Anhäufung ähnlicher Produkte.

Wann mehr ETFs sinnvoll sein können (und wann nicht)

Es gibt durchaus Szenarien, in denen eine etwas höhere Anzahl an ETFs über die Grundausstattung hinaus sinnvoll sein kann, aber diese sollten wohlüberlegt sein. Eine gezielte Beimischung kann das Portfolio bereichern, solange sie einen klaren Mehrwert bietet und nicht nur der Laune folgt.

Sinnvolle Ergänzungen könnten sein:

  • Small Cap Tilt: Wenn du gezielt in kleinere Unternehmen investieren möchtest, die oft ein höheres Wachstumspotenzial, aber auch ein höheres Risiko aufweisen, könntest du einen Small Cap ETF ergänzen. Das ist eine bewusste Abweichung vom reinen Marktdurchschnitt.
  • Sektoren- oder Themen-ETFs: Für einen kleinen Teil deines Portfolios (z.B. 5-10 %) könntest du einen ETF auf einen bestimmten Sektor (z.B. Technologie, Gesundheit) oder ein Thema (z.B. erneuerbare Energien) beimischen. Sei dir aber bewusst, dass du damit ein höheres Risiko eingehst und die breite Diversifikation leicht aufweichst.
  • Spezifische Anleihen-ETFs: Neben einem globalen Anleihen-ETF könntest du spezialisierte Anleihen-ETFs hinzufügen, zum Beispiel für Unternehmensanleihen oder inflationsgeschützte Anleihen, wenn du spezifische Ziele oder Risikopräferenzen hast.

Wann mehr ETFs NICHT sinnvoll sind:

  • Mehrere globale Aktien-ETFs: Wenn du bereits einen MSCI World oder FTSE All-World hast, bringt ein weiterer globaler Aktien-ETF, der die gleichen Märkte abdeckt, in der Regel keinen Vorteil, sondern erhöht nur die Komplexität und potenzielle Überschneidungen.
  • Trend-Hopping: Das ständige Hinzufügen von neuen ETFs basierend auf kurzfristigen Trends oder Hypes ist kontraproduktiv. Dies führt oft zu suboptimalen Ergebnissen, da du möglicherweise zu spät einsteigst und zu früh wieder aussteigst.

Dein Portfolio im Blick behalten: So geht's einfach

Egal ob du mit einem, zwei oder drei ETFs investierst: Es ist wichtig, dein Portfolio regelmäßig zu überprüfen und dessen Entwicklung zu verstehen. Auch wenn die Anzahl der ETFs gering ist, solltest du deine Asset Allocation im Blick behalten. Dein Sparplan sorgt zwar für einen kontinuierlichen Aufbau, aber durch unterschiedliche Wertentwicklungen kann sich die ursprüngliche Gewichtung verschieben. Ein regelmäßiges Rebalancing kann dann sinnvoll sein, um wieder in Einklang mit deiner Risikobereitschaft zu kommen.

Ein Tool wie Planafolio kann dir dabei helfen, den Überblick über deine Performance und Asset Allocation zu behalten, selbst wenn dein Portfolio übersichtlich ist. Du siehst auf einen Blick, wie sich deine Investments entwickeln, welche Gewichtungen du in verschiedenen Regionen oder Sektoren hast und wie deine Kostenstruktur aussieht. Das schafft Klarheit und hilft dir, fundierte Entscheidungen zu treffen, ohne dich in einem Dschungel aus unnötig vielen ETFs zu verlieren.

Fazit: Fokus auf das Wesentliche

Die "richtige" Anzahl an ETFs ist für die meisten Privatanleger gering: Ein bis drei Produkte genügen in der Regel, um eine optimale weltweite Diversifikation zu erreichen und deine langfristigen Anlageziele zu unterstützen. Setze auf Einfachheit und Effizienz, vermeide unnötige Komplexität und konzentriere dich darauf, deine Strategie konsequent zu verfolgen. Dein Vermögensaufbau profitiert davon, wenn du das Wesentliche im Blick behältst und dein Portfolio klar und übersichtlich gestaltest.

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