Diversifikation bedeutet, das eigene Vermögen auf mehrere unterschiedliche Positionen zu verteilen, statt es auf wenige Werte zu konzentrieren – mit dem Ziel, dass ein einzelner schlecht laufender Wert das Gesamtportfolio nicht überproportional stark trifft.
Wie stark ein Portfolio tatsächlich diversifiziert ist, lässt sich mit dem Herfindahl-Hirschman-Index (HHI) messen: Er summiert die quadrierten Anteile jeder Position am Gesamtportfolio. Eine Position mit 50 % Gewicht geht viel stärker ein als fünf Positionen mit je 10 % – der HHI reagiert überproportional auf Konzentration.
Daraus lässt sich ein Diversifikations-Score ableiten: (1 minus HHI) mal 100. Eine perfekt gleichmäßige Verteilung über viele Positionen nähert sich 100 an, eine Konzentration auf eine einzelne Position nähert sich 0 an – eine gleichmäßige Aufteilung auf 4 Positionen ergibt zum Beispiel einen Score von 75.
Planafolio berechnet diesen Score getrennt nach Sektor, Region und Anlageklasse, damit du siehst, ob eine gefühlt breite Streuung über viele einzelne Positionen nicht doch in Wahrheit auf wenige Sektoren oder Regionen konzentriert ist.
Wie viele Positionen brauche ich für gute Diversifikation?
Die verbreitetste Fehlannahme ist, dass mehr Positionen automatisch mehr Streuung bedeuten. Entscheidend ist nicht die Anzahl, sondern wie unterschiedlich die Positionen auf dieselben Ereignisse reagieren.
- Ein einzelner breit gestreuter Welt-ETF hält bereits über tausend Unternehmen aus allen Industrieländern und Branchen. Wer daneben zehn US-Technologieaktien legt, hat zehn Positionen mehr — aber vor allem mehr von dem, was ohnehin schon im ETF steckt.
- Drei ETFs auf denselben Index sind eine Position, keine drei. Unterschiedliche Anbieter ändern nichts am Inhalt.
- Die praktische Prüfung ist nicht die Positionsliste, sondern die Aufschlüsselung. Wie viel Prozent hängen an einem Land, einer Branche, einer Währung? Genau dafür rechnet Planafolio die Allokation bis auf die tatsächlichen Bestandteile deiner Fonds herunter (ETF-Durchsicht) — ein Depot aus fünf ETFs sieht dabei oft deutlich konzentrierter aus als gedacht.
- Der [Home Bias](/glossar/home-bias) ist der häufigste blinde Fleck: ein hoher Anteil des Heimatmarkts, der in der Positionsliste unauffällig wirkt.
Siehe auch
Benchmark
Ein Benchmark ist der Vergleichsindex, an dem du die Entwicklung deines Portfolios misst – etwa MSCI World, S&P 500 oder DAX.
Beta
Beta misst, wie stark sich ein Portfolio im Vergleich zu einem Index bewegt: 1 heißt Gleichlauf, über 1 stärkere, unter 1 schwächere Ausschläge.
Maximaler Drawdown
Der maximale Drawdown ist der größte prozentuale Wertverlust vom bisherigen Höchststand bis zum tiefsten Punkt danach.
Sharpe Ratio
Die Sharpe Ratio setzt die über den risikofreien Zins hinaus erzielte Rendite ins Verhältnis zur Volatilität – Rendite je Einheit Schwankungsrisiko.
Sortino Ratio
Die Sortino Ratio ist eine Variante der Sharpe Ratio, die nur Verlustschwankungen als Risiko wertet – kräftige Kursanstiege verschlechtern die Kennzahl nicht.
TTWROR (zeitgewichtete Rendite)
TTWROR (True Time-Weighted Rate of Return) misst, wie gut sich deine Anlage entwickelt hat – unabhängig davon, wann und wie viel du ein- oder ausgezahlt hast.
Veröffentlicht am 09. Juli 2026
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