Volatilität beschreibt, wie stark die täglichen Wertänderungen deines Portfolios um ihren Durchschnitt herum schwanken. Sie ist ein Maß für Schwankungsintensität – eine hohe Volatilität bedeutet nicht automatisch eine schlechtere Rendite, sondern größere Ausschläge in beide Richtungen.
Berechnet wird sie aus der Serie der periodischen Renditen deines Portfolios: Für jeden Tag wird die prozentuale Änderung zum Vortag ermittelt, davon die Standardabweichung gebildet und anschließend annualisiert. Da Planafolio für jeden Kalendertag einen Portfolio-Schnappschuss speichert – nicht nur für Börsenhandelstage –, wird mit 365 statt der bei Börsendaten üblichen 252 Handelstage im Jahr hochgerechnet.
Volatilität ist die Grundlage für weitere Risikokennzahlen wie den maximalen Drawdown, die Sharpe Ratio und die Sortino Ratio: Sie setzen jeweils eine erzielte Rendite ins Verhältnis zu genau diesem Schwankungsmaß.
Ein Portfolio mit hoher Volatilität kann trotzdem eine gute langfristige Rendite liefern – wichtig ist, ob du psychologisch und finanziell in der Lage bist, zwischenzeitliche Rückgänge auszuhalten, ohne zum falschen Zeitpunkt zu verkaufen.
Was ist eine gute Volatilität?
Bei der Volatilität gibt es kein "gut" — sie ist eine Beschreibung, keine Note. Eine hohe Volatilität ist weder ein Fehler noch ein Qualitätsmerkmal, sondern der Preis, den höhere erwartete Renditen historisch gekostet haben.
Sinnvoll ist stattdessen die Frage: Passt die Volatilität zu meinem Anlagehorizont und zu dem, was ich aushalte?
- Zur Einordnung: Breit gestreute Aktienindizes bewegen sich langfristig in einer deutlich höheren Größenordnung als Anleihen- oder Mischportfolios. Liegt ein angeblich breit gestreutes Depot weit über dieser Größenordnung, ist das meist ein Hinweis auf Klumpenrisiken — wenige Einzelwerte, eine Branche oder ein Land dominieren.
- Volatilität sagt nichts über die Richtung. Sie misst die Streuung, nicht den Verlust. Für die Frage "wie tief ging es tatsächlich runter" ist der maximale Drawdown die ehrlichere Kennzahl.
- Kurze Zeiträume täuschen. Über wenige Monate schwankt die Volatilität selbst stark. Belastbar wird sie über mehrere Jahre.
Der praktische Test ist kein Zielwert, sondern eine Frage an dich: Wärst du bei dieser Schwankungsbreite investiert geblieben, statt im Rückgang zu verkaufen?
Siehe auch
Benchmark
Ein Benchmark ist der Vergleichsindex, an dem du die Entwicklung deines Portfolios misst – etwa MSCI World, S&P 500 oder DAX.
Beta
Beta misst, wie stark sich ein Portfolio im Vergleich zu einem Index bewegt: 1 heißt Gleichlauf, über 1 stärkere, unter 1 schwächere Ausschläge.
Diversifikation
Diversifikation bedeutet, Vermögen auf mehrere Positionen zu verteilen statt auf wenige Werte zu konzentrieren – messbar über einen Score von 0–100.
Maximaler Drawdown
Der maximale Drawdown ist der größte prozentuale Wertverlust vom bisherigen Höchststand bis zum tiefsten Punkt danach.
Sharpe Ratio
Die Sharpe Ratio setzt die über den risikofreien Zins hinaus erzielte Rendite ins Verhältnis zur Volatilität – Rendite je Einheit Schwankungsrisiko.
Sortino Ratio
Die Sortino Ratio ist eine Variante der Sharpe Ratio, die nur Verlustschwankungen als Risiko wertet – kräftige Kursanstiege verschlechtern die Kennzahl nicht.
Veröffentlicht am 09. Juli 2026
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