Inhalt
- 1.Schritt-für-Schritt-Anleitung: So richtest du deinen Sparplan ein
- 2.Einzelaktie oder ETF: Was eignet sich für deinen Sparplan?
- 3.Kosten und Gebühren: Darauf musst du beim Broker-Vergleich achten
- 4.Bruchstücke und Dividenden: Wie funktioniert die Ausführung in der Praxis?
- 5.Den Überblick behalten: So trackst du deinen Vermögensaufbau
Um einen Aktiensparplan anzulegen, benötigst du lediglich ein Wertpapierdepot, eine ausgewählte Aktie oder einen ETF sowie einen festgelegten monatlichen Sparbetrag. Die Einrichtung selbst dauert bei den meisten modernen Brokern weniger als fünf Minuten: Du wählst das gewünschte Wertpapier aus, bestimmst die Sparrate – oft schon ab 1 Euro – und legst das Ausführungsdatum fest. Von nun an wird dein Sparplan vollautomatisch ausgeführt, sodass du dich nicht mehr manuell um den Kauf kümmern musst.
Schritt-für-Schritt-Anleitung: So richtest du deinen Sparplan ein
Die technische Einrichtung eines Sparplans ist unkompliziert. Sobald dein Depot beim Broker deiner Wahl eröffnet und verifiziert ist, kannst du direkt starten.
- Wertpapier auswählen: Suche über die Suchfunktion deines Brokers nach dem gewünschten Wertpapier. Nutze hierzu am besten die eindeutige Wertpapierkennnummer (WKN) oder die ISIN, um Verwechslungen auszuschließen.
- Sparrate festlegen: Bestimme, wie viel Geld du regelmäßig investieren möchtest. Bei vielen Neobrokern liegt die Mindestsparrate mittlerweile bei nur einem Euro, etablierte Filial- oder Direktbanken verlangen oft zwischen 10 und 50 Euro pro Ausführung.
- Intervall und Ausführungstag wählen: Entscheide, wie oft der Sparplan ausgeführt werden soll. Typische Intervalle sind monatlich, zweimonatlich oder vierteljährlich. Als Ausführungstag bieten sich meistens der 1. oder der 15. eines Monats an, idealerweise kurz nach deinem Gehaltseingang.
- Lastschrift oder Verrechnungskonto: Lege fest, woher das Geld für den Sparplan kommen soll. Du kannst das Geld entweder per Lastschrifteinzug von deinem normalen Girokonto abbuchen lassen oder du richtest einen Dauerauftrag auf das Verrechnungskonto deines Brokers ein.
Sobald du diese Angaben bestätigt hast, arbeitet das System im Hintergrund für dich. Zum nächsten Ausführungstermin wird die Order automatisch platziert.
Einzelaktie oder ETF: Was eignet sich für deinen Sparplan?
Beim Anlegen eines Sparplans stehst du vor der Wahl, ob du in einzelne Unternehmen oder in breit gestreute ETFs investieren möchtest. Beide Ansätze haben spezifische Eigenschaften, die zu deiner persönlichen Strategie passen sollten.
Einzelaktien ermöglichen es dir, gezielt Anteile an Unternehmen zu kaufen, von deren Geschäftsmodell du überzeugt bist. Allerdings trägst du hierbei ein höheres Risiko, da dein Erfolg von der Entwicklung eines einzigen Unternehmens abhängt. Zudem schütten nicht alle Unternehmen Dividenden aus, und die Kurse können stark schwanken.
ETFs (Exchange Traded Funds) investieren hingegen in Hunderte oder Tausende von Unternehmen gleichzeitig. Mit einem einzigen ETF-Sparplan auf einen weltweiten Index wie den MSCI ACWI oder den FTSE All-World streust du dein Risiko extrem breit. Wenn ein einzelnes Unternehmen im Index an Wert verliert, wird dies durch die Wertentwicklung anderer Unternehmen abgefedert. Für die langfristige Altersvorsorge greifen viele Privatanleger daher primär zu breit gestreuten ETFs und nutzen Einzelaktien eher als Ergänzung.
Ein Sparplan nutzt den sogenannten Durchschnittskosteneffekt: Bei niedrigen Kursen kaufst du automatisch mehr Anteile, bei hohen Kursen weniger.
Kosten und Gebühren: Darauf musst du beim Broker-Vergleich achten
Die Kostenstruktur deines Brokers hat einen direkten Einfluss auf deine langfristige Rendite. Vor allem bei kleinen Sparraten können feste Gebühren pro Ausführung einen großen Teil deiner Investition auffressen. Es gibt im Wesentlichen drei Gebührenmodelle, die dir bei deutschen Brokern begegnen.
Einige Broker verlangen eine prozentuale Gebühr von beispielsweise 1,5 Prozent der Sparrate. Wenn du 100 Euro investierst, fließen 1,50 Euro in die Gebühren und 98,50 Euro in das Wertpapier. Dies ist besonders bei kleineren Summen fair. Andere Anbieter verlangen eine Pauschalgebühr pro Ausführung, beispielsweise 1,50 Euro unabhängig von der Höhe der Sparrate. Dieses Modell lohnt sich erst bei deutlich höheren Sparraten. Viele moderne Neobroker bieten die Ausführung von Sparplänen mittlerweile komplett kostenlos an, finanzieren sich jedoch oft über leicht schlechtere Kurse (Spreads) außerhalb der regulären Börsenöffnungszeiten.
Achte beim Broker-Vergleich darauf, dass die Sparplanausführung während der Haupthandelszeiten der Referenzbörse (in Deutschland meist Xetra, werktags von 9:00 bis 17:30 Uhr) stattfindet, um von engen Spreads und fairen Preisen zu profitieren.
Bruchstücke und Dividenden: Wie funktioniert die Ausführung in der Praxis?
Da die von dir gewählte Sparrate selten genau dem Preis einer ganzen Aktie oder eines ETF-Anteils entspricht, arbeiten Sparpläne mit sogenannten Bruchstücken (Fractional Shares). Kostet eine Aktie beispielsweise 150 Euro und deine Sparrate liegt bei 50 Euro, bucht dir dein Broker nach der Ausführung exakt 0,33 Anteile in dein Depot.
Diese Bruchstücke sind ganz normal dividendenberechtigt. Wenn das Unternehmen eine Dividende ausschüttet, erhältst du den Betrag anteilig auf dein Verrechnungskonto gutgeschrieben. Zu beachten ist jedoch, dass Bruchstücke in der Regel nicht zu einer anderen Bank übertragen werden können. Wenn du später dein Depot wechseln möchtest, müssen diese Bruchstücke meist vorher verkauft werden, während ganze Anteile problemlos übertragen werden können.
Aus steuerlicher Sicht werden Gewinne und Dividenden aus Sparplänen in Deutschland über die Abgeltungsteuer in Höhe von 25 Prozent (zzgl. Solidaritätszuschlag und ggf. Kirchensteuer) versteuert. Deutsche Broker führen diese Steuer automatisch für dich an das Finanzamt ab. Du kannst dies jedoch im Rahmen des Sparer-Pauschbetrags verhindern, indem du deinem Broker einen Freistellungsauftrag erteilst. Seit 2023 liegt dieser Freibetrag bei 1.000 Euro für Alleinstehende. Bitte beachte, dass diese steuerlichen Hinweise keine Steuerberatung ersetzen.
Den Überblick behalten: So trackst du deinen Vermögensaufbau
Wenn du im Laufe der Zeit mehrere Sparpläne bei unterschiedlichen Brokern anlegst oder dein Portfolio um andere Anlageklassen erweiterst, geht der Überblick schnell verloren. Die Benutzeroberflächen der Banken zeigen dir oft nur isolierte Daten für das jeweilige Depot an.
Hier hilft ein professionelles Portfolio-Tracking-Tool wie Planafolio. Indem du deine Depotdaten dort zentral zusammenführst, siehst du auf einen Blick, wie sich deine verschiedenen Sparpläne insgesamt entwickeln, wie deine Vermögensallokation aussieht und ob du deine langfristigen Meilensteine für die Altersvorsorge erreichst.
Zusammenfassend lässt sich sagen: Einen Aktiensparplan anzulegen ist der einfachste Weg, um den Vermögensaufbau zu automatisieren und vom Zinseszinseffekt zu profitieren. Mit der Wahl des passenden Brokers, einer klaren Entscheidung zwischen ETFs und Einzelaktien sowie der regelmäßigen Überwachung deines Gesamtportfolios legst du das Fundament für deine finanzielle Zukunft.
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