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Ein Sparplan-Anleger checkt regelmäßig seinen Depotstand in der Broker-App – und sieht dort eine Rendite von über 30 Prozent seit Depoteröffnung. Klingt gut. Das Problem: Diese Zahl sagt fast nichts darüber aus, wie gut die eigenen Anlageentscheidungen tatsächlich waren.
Dieses Beispiel ist eine fiktive, aber realistische Illustration – keine echte Kundengeschichte und keine Renditeversprechen. Individuelle Ergebnisse hängen von Markt, Zeitpunkt und persönlicher Situation ab.
Die Ausgangslage
Angenommen, ein ETF-Sparer bespart seit rund fünf Jahren einen MSCI-World-ETF per Sparplan – mal mit 100 Euro im Monat, mal mit 300 Euro, wenn gerade mehr Geld übrig war. Zwischendurch kam eine größere Einmalzahlung dazu, etwa aus einer Bonuszahlung. Die Broker-App zeigt eine einzige Zahl: die einfache Differenz zwischen eingezahltem Betrag und aktuellem Depotwert, umgerechnet in Prozent.
Diese Zahl wirkt beeindruckend – ist aber vor allem eines: schwer einzuordnen. War die Rendite gut, weil die Anlageentscheidungen gut waren? Oder einfach, weil zufällig kurz vor einem Kursanstieg eingezahlt wurde?
Was die einfache Prozentrechnung verzerrt
- Eine größere Einzahlung kurz vor einem Kursanstieg lässt die Rendite künstlich gut aussehen – nicht, weil die Anlage besser war, sondern weil das Timing zufällig günstig lag.
- Unregelmäßige Sparraten (mal 100 Euro, mal 300 Euro) verzerren die einfache Prozentrechnung zusätzlich, weil sie Ein- und Auszahlungen nicht sauber herausrechnet.
- Über mehrere Jahre und mehrere Einzahlungen hinweg wird die einfache Differenz zwischen Einzahlung und aktuellem Wert zunehmend unzuverlässig als Maßstab für die eigene Anlageentscheidung.
Was die zeitgewichtete Rendite (TTWROR) anders macht
Die zeitgewichtete Rendite rechnet Ein- und Auszahlungen konsequent heraus. Sie beantwortet eine andere, genauere Frage: Wie hätte sich das Geld entwickelt, wenn es die ganze Zeit investiert gewesen wäre – unabhängig davon, wann und wie viel eingezahlt wurde?
In diesem Beispielszenario zeigt Planafolio nach dem Import der Depotdaten eine TTWROR, die spürbar von der einfachen Prozentzahl der Broker-App abweicht. Nicht, weil eine der beiden Zahlen „falsch" ist – sondern weil sie unterschiedliche Fragen beantworten. Die Broker-App zeigt: Wie hat sich mein eingesetztes Geld absolut entwickelt? TTWROR zeigt: Wie gut war die Investment-Entscheidung selbst, unabhängig vom Timing der Einzahlungen?
Was daraus folgt
Für die Einordnung der eigenen Anlagestrategie ist die zweite Frage die relevantere. Sie zeigt, ob der gewählte ETF und die Anlagestrategie tatsächlich funktionieren – losgelöst davon, ob zufällig günstig oder ungünstig eingezahlt wurde.
Das ändert nichts an der Sparplan-Strategie selbst. Aber es ändert, worauf man sich verlässt, wenn man die eigene Entscheidung bewertet: nicht auf eine Zahl, die vom Zufall des Einzahlungszeitpunkts abhängt, sondern auf eine, die das herausrechnet.
Für wen das relevant ist
Diese Verzerrung betrifft grundsätzlich jeden, der unregelmäßig einzahlt – ob per Sparplan mit schwankenden Raten, durch Einmalzahlungen zwischendurch, oder weil mehrere Depots bei unterschiedlichen Brokern zusammengeführt werden. Je unregelmäßiger die Einzahlungshistorie, desto größer typischerweise die Abweichung zwischen der einfachen Prozentzahl der Broker-App und der zeitgewichteten Rendite.
Planafolio berechnet TTWROR automatisch aus den importierten Depotdaten – für Trade Republic, Scalable Capital und weitere Broker per CSV- oder PDF-Import, ganz ohne Konto-Verbindung.
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